Klingbeil plant staatliche Wohnungsbau-Firma
2. April 2026
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat ein Konzept für eine neue staatliche Wohnungsbau-Gesellschaft vorgestellt. Die Bundesfirma soll dort bauen, wo der private Markt versagt — vor allem in Ballungsräumen mit extremem Wohnungsmangel.
Das Problem
In Deutschland fehlen nach Schätzungen des Pestel-Instituts rund 800.000 Wohnungen. Besonders betroffen sind München, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart. Die Folge: Mieten steigen seit Jahren schneller als die Löhne. Eine durchschnittliche Zwei-Zimmer-Wohnung in München kostet inzwischen über 1.400€ kalt.
Gleichzeitig sind die Baukosten durch hohe Materialpreise und Zinsen massiv gestiegen. Viele private Bauträger haben Projekte auf Eis gelegt — 2025 wurden so wenige Baugenehmigungen erteilt wie seit 2012 nicht mehr.
Was plant Klingbeil konkret?
- Eine Bundesbau-Gesellschaft, die jährlich 50.000-100.000 Wohnungen bauen soll
- Fokus auf bezahlbaren Wohnraum (Mieten unter 10€/m²)
- Öffentliche Grundstücke sollen bevorzugt für Sozialwohnungen genutzt werden
- Finanzierung über Bundesanleihen und KfW-Kredite
Was bedeutet das für Mieter?
Kurzfristig: wenig. Selbst wenn die Firma schnell gegründet wird, dauert es Jahre, bis die ersten Wohnungen stehen. Mittelfristig könnte ein größeres Angebot aber den Mietanstieg bremsen.
Was bedeutet das für Immobilienkäufer?
Die Immobilienpreise sind seit 2022 bereits um 10-15% gefallen. Ob es jetzt der richtige Zeitpunkt zum Kaufen ist, hängt stark von der individuellen Situation ab:
- Eigenkapital vorhanden (mind. 20%): Kann sich lohnen, da Mieten langfristig teurer werden
- Knappes Budget: Lieber warten — die Preise könnten weiter sinken, wenn mehr gebaut wird
- Grundregel: Kaufen nur, wenn die Rate nicht mehr als 30% des Nettoeinkommens beträgt